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Leichte und Einfache Sprache

Leichte und Einfache Sprache

Die „Leichte Sprache“ und auch die weniger streng geregelte „Einfache Sprache“ sind eine Art speziell geregelter sprachlicher Ausdrucksweisen für die deutsche Sprache bzw. des Deutschen. Diese Sprache ist auf eine ganz besonders leichte Verständlichkeit ausgerichtet. Die hierfür aufgestellten Regeln werden durch das „Netzwerk Leichte Sprache“ seit 2006 aufgestellt bzw. publiziert. Das Regelwerk umfasst neben den allgemeinen Sprachregeln auch Rechtschreibregeln sowie Empfehlungen zu Typografie

Sinn und Zweck bzw. Ziel der Leichten Sprache ist es, Menschen die aus den unterschiedlichsten Gründen über eine nur gering ausgeprägte Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen, das Verstehen von Texten zu erleichtern. Damit sollen sprachliche Kommunikations- und Verständnisbarrieren abgebaut werden und die zwischenmenschliche Interaktion verbessert werden.

Die Zielgruppen der Leichten und der Einfachen Sprache sind insbesondere Personen mit kognitiven Einschränkungen und Personen deren Erstsprache nicht die Deutsche ist.

Die Leichte Sprache soll also die selbstständige Informationssuche und damit die Selbstbestimmung von erwachsenen Menschen verbessern, die aus unterschiedlichen Gründen, Probleme mit einem komplexen Satzbau und Fremdwörtern haben.

Die vom Netzwerk Leichte Sprache aufgestellten Sprachregeln sind im Wesentlichen:

  • Verwendung von kurzen Sätzen
  • Ein Satz enthält nur eine Aussage
  • Verwendung von Aktivsätzen
  • Zur besseren Verständlichkeit besteht ein Satz aus den Gliedern Subjekt + Prädikat + Objekt, z. B. Der Vater versorgt die Schafe.
  • Vermeidung des Konjunktiv
  • Der Genitiv soll durch präpositionale Fügungen mit „von“ ersetzt werden
  • Gegen das Regelwerk verstoßen die Verwendung von Synonymen, Sonderzeichen und Verneinungen
  • Detaillierte, genaue Mengenangaben sollen zum Beispiel durch "viel" oder "wenig" und Jahreszahlen durch zum Beispiel "vor langer Zeit" oder ähnliches ersetzt werden
  • Die Leichte Sprache ist keine Kindersprache, die Anreden „Du“ und „Sie“ werden wie in der Standardsprache verwendet

Weiterhin gelten bei der Rechtschreibung zum Beispiel die folgenden Regeln:

  • Zusammensetzungen werden durch Binde-Striche oder Medio·punkte verdeutlicht, damit ersichtlich ist, aus welchen Wörtern die Zusammensetzungen bestehen. Beispiel: Kinder-Garten, Sieges-Säule, Sozial·Versicherung
  • Keine Verwendung von abstrakten Begriffen, wenn nicht unbedingt notwendig. Besser Beispiele oder Vergleiche zur Erklärung verwenden
  • Keine Bildhafte Sprache verwenden wie zum Beispiel Glashaus, die Nadel im Heuhaufen
  • Fremdwörter und Fachwörter vermeiden, wenn es nicht geht müssen diese einfach erklärt werden
  • Abkürzungen sollen beim ersten Mal, an der ersten Stelle im Text einmal kurz und einfach erklärt werden

Weitere Anregungen und Empfehlungen zur Typografie und dem Mediengebrauch:

  • Texte übersichtlich gestalten, zum Beispiel für jeden Satz eine eigene Zeile
  • Wörter nicht in durchgehenden Großbuchstaben schreiben und keine kursive Schrift verwenden
  • Der Text soll durchgehend linksbündig sein
  • Aufzählungspunkte verwenden
  • Bild und Text nicht ineinander fließen lassen
  • Mehr Bilder zur Veranschaulichung, zum besseren Verständnis des Textes verwenden

 

In Deutschland sind öffentliche Einrichtungen und Behörden nach § 11 Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) verpflichtet, „Informationen vermehrt in Leichter Sprache bereitzustellen. Die bundesdeutsche Regierung arbeitet verstärkt darauf hin, dass immer mehr öffentliche Träger die Leichte Sprache verstärkt einsetzen und ihre Kompetenzen für das Verfassen von Texten in Leichter Sprache ausgebaut werden. Die Leichte Sprache wird daher in Deutschland kurz und mittelfristig viel mehr an Bedeutung zukommen.

Haben sie Fragen zum Thema Leichte und Einfache Sprache oder benötigen Sie einen Text hierfür? Kontaktieren Sie uns jetzt, wir helfen Ihnen gern weiter.